Europas Kulturhauptstadt Aarhus

Europas Kulturhauptstadt Aarhus

Living it ist zu Gast in Aarhus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks und Europäische Kulturhauptstadt 2017. Die geschichtsträchtige Stadt im Osten Jütlands befindet sich im Wandel und stellt die Hauptstadt Kopenhagen beinahe in den Schatten. Die größte Ausstellung im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres ist im Kunstmuseum “ARoS” zu finden: die erstmals stattfindende Triennale “The Garden – End of Times, Beginning of Times”, ein Schaufenster für die Werke internationaler Künstler, die über die Stadt verteilt zu sehen sind. Living it ist unterwegs mit Lise Pennington vom Kunstmuseum ARoS. Sie ist Kuratorin der Triennale.

“Diese Triennale ist Teil auf dem Weg Richtung Zukunft und stellt einen ziemlichen Kraftakt für unser Team dar. Schließlich findet sie in zwei Galerien des “ARoS” statt und ist darüber hinaus über die Stadt verstreut und geht entlang der Küste im Süden von Aarhus weiter. Die Triennale reflektiert die Koexistenz von Mensch und Natur und wie sich der Blick der Menschen auf die Natur in den letzten 400 Jahren entwickelt hat. Es geht um die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Wir kombinieren also zwei Arten von Kunst, die gewöhnlich voneinander getrennt werden”, erklärt Lise Pennington.

Mut und Innovation sind Teil der Identität von Aarhus. Das kann man beim Blick auf die städtische Architektur sofort erkennen. Im Jahr 2011 hat der Künstler Olafur Eliasson einen Panoramaweg auf dem Dach des Museums errichtet, der Name: Dein Regenbogen-Panorama. Der Rundgang eröffnet den Besuchern die Möglichkeit, in einem Regenbogen herumzulaufen und durch die Farben des Bogens auf die Stadt zu blicken.

Ausstellungen des “ARoS” sind eine unmittelbare Erfahrung. “Wir sind darum bemüht, dass sich jeder auf eine augenblickliche Faszination einlassen kann”, erklärt Pennington. Der Besucher ist eingeladen, in das Kunstwerk einzutauchen und es von innen heraus zu erleben, wie es etwa auch bei dem Projekt Your atmospheric color atlas aus dem Jahr 2014 der Fall war. Es stammt ebenfalls von Olafur Eliasson. Damals füllte er einen Raum mit starkem Nebel und ließ diesen von hunderten fluoreszierenden Lichtern in den Farben rot, grün und blau anstrahlen. Das brachte die Sinne aus dem Gleichgewicht. “Ich denke, viele Museen versuchen, solche Erlebnisse zu schaffen, aber wir sind mutiger als alle anderen, die ich kenne”, erklärt Pennington.

Das ARoS Museum ist eine Schlagader der Stadt und eng verbunden mit den Bürgern. Es trägt dazu bei, dass Aarhus unter den beliebtesten Touristenzielen in Europa im vorderen Bereich rangiert. “Vor zwölf Jahren sind wir in dieses riesige Gebäude mit dem Regenbogen auf dem Dach gezogen. Ich denke, wir haben den Charme der Stadt verändert. Industriebetriebe sind von Aarhus weggezogen, aber jetzt werden es wieder mehr. So manch wirklicher guter Spitzenkoch ist sogar von Kopenhagen nach Aarhus gekommen. Es gibt hier jetzt vier ausgezeichnete Köche”, ergänzt sie. Die Restaurants heißen Frederikshøj, Gastromé, Substans and Domestic.

Für Pennington ist die Triennale ein Pilotprojekt. Ziel ist es, ein neues Rendez-vous der weltweiten Kunstszene zu etablieren. Die Beispiele, die sie nennt, lassen erahnen, dass das Versprechen einer unmittelbaren Erfahrung erfüllt werden wird. So wird beispielsweise der Künstler Cyprien Gaillard auf dem Fußboden einer Bar Terrazzo verlegen, in den er Perlmutt mit Austernschalen aus der Region einarbeitet. So verknüpft er den Raum mit dem Lebensraum in dänischen Gewässern. Entlang der Küste wird Katharina Grosse 4.000 Quadratmeter natürliche Landschaft mit Acrylfarbe besprühen und somit das Thema zur Leinwand machen.

Die Triennalle “The Garden – End of Times, Beginning of Times” des ARoS findet vom 8. April bis zum 10. September 2017 statt.